Schlagzeile

„Wer den Haushalt nicht im Griff hat, verliert die Freiheit zu gestalten“

– Haushaltsrede der FDP/FW-Fraktion Karlsruhe zum
Doppelhaushalt 2026/27 – 

Dr. Stefan Noé, Fraktionsvorsitzender
Karlsruhe, 18. November 2025

Einleitung

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister, sehr geehrte Frau Finanzbürgermeisterin, liebe Kolleginnen und Kollegen, meine Damen und Herren,

„Wer den Haushalt nicht im Griff hat, verliert die Freiheit zu gestalten.“

Karlsruhe steckt in der schwersten Finanzkrise seit Jahrzehnten. Mit über 10.000 Euro Pro-Kopf-Verschuldung stehen wir an der Spitze vergleichbarer Städte in Baden-Württemberg – allerdings nicht als leuchtendes Vorbild, sondern als mahnendes Beispiel.

Unser Haushalt ist in einer strukturellen Schieflage. Bereits seit 2021 folgt ein Haushaltssicherungskonzept auf das nächste.

Es ist richtig: die Kommunen müssen ein Viertel der staatlichen Aufgaben erledigen, erhalten aber hierfür, vereinfacht gesagt nur ein Siebtel der Steuereinnahmen.

In vielen Bereichen sind die Kommunen daher strukturell unterfinanziert, etwa im Bereich des ÖPNV und des Klinikums.

Auch das Bundesteilhabegesetz bürdet den Kommunen weitere Kostensteigerungen auf sowie die vereinbarten Lohnerhöhungen im öffentlichen Dienst.

Hatten wir bislang lediglich ein „Ausgabenproblem“ durch mangelnde Gegenfinanzierung und falsche Prioritätensetzung haben wir jetzt auch noch ein „Einnahmenproblem“ – durch die sinkenden Einnahmen bei Gewerbsteuer und Umsatzsteuer aufgrund der schwachen Konjunktur in Deutschland, von der auch unsere Region nicht verschont bleibt.

Die Stadt bezeichnet sich gerne selbstbewusst als „Konzern Stadt Karlsruhe“. Vom Volumen her stimmt das: wir verfügen über zahlreiche Beteiligungen, Gesellschaften und Tochterunternehmen.

Aber wir handeln nicht wie ein Konzern.

Ein Konzern wäre effizient, zielorientiert und sparsam.

Karlsruhe hingegen produziert Defizite, verschiebt Probleme und erhöht reflexartig Steuern.

Wenn wir uns schon als Konzern verstehen, dann müssen wir auch wie ein Konzern handeln – mit klaren Prioritäten, strikter Kostenkontrolle und einer Strategie für Wachstum.

Die richtigen Prioritäten – Pflicht vor Kür

Pflichtaufgaben wie Klinikum, Schulen, Sicherheit und Infrastruktur müssen Vorrang haben. Freiwillige Leistungen hingegen müssen kritisch überprüft werden. Dieser Aufgabe stellen wir uns als Stadträtinnen und Stadträte nun in den aktuellen Haushaltsberatungen.

Ein Konzern würde sich auf sein Kerngeschäft konzentrieren – nicht auf teure Nebenstrukturen.

Lassen Sie mich nachfolgend zu den Prioritäten – dem „Kerngeschäft“ des Konzerns ausführen.

Hierzu hat man mir eine Redezeitbeschränkung von 18 Minuten zugestanden – das würde in einem Konzern wohl für einen „Elevator Pitch“ reichen.

 

Wohnen

Das Thema Wohnen ist die soziale Frage unserer Stadtgesellschaft. Gegen die Wohnungsnot hilft nicht das Gängeln privater Vermieter mit immer neuen Vorschriften und Stellplatzsatzungen, sondern einzig und allein: bauen, bauen, bauen.

Wir treten für Maßhalten bei der Grundsteuer ein und lehnen eine weitere Erhöhung strikt ab.

Unsere städtische Volkswohnung ist erfolgreich: gerade haben wir im Klingler Areal in Daxlanden 360 neue Wohnungen geschaffen. Einige andere Objekte wie das Hochhaus in der Honsellstraße stehen hingegen leer, ohne dass ein Baufortschritt unmittelbar erkennbar ist. Hier muss es schnellstmöglich voran gehen, denn wir brauchen viel mehr Wohnungen.

Unsere städtische Wohnungsbaugesellschaft darf auch nicht weiter als „Sparkasse“ für den Kernhaushalt missbraucht werden. Ihre Handlungsfähigkeit muss gesichert bleiben.

Immer wieder wurde und wird in das Vermögen unserer städtischen Wohnbaugesellschaft gegriffen, um Haushaltslöcher zu stopfen – das ist verantwortungslos.

Wir brauchen Tempo und Flexibilität: Überbauung von Supermärkten und Parkplätzen, Nachverdichtung, wo sinnvoll, und wenn das nicht reicht, auch die Entwicklung in die Höhe oder in Außenbereichen.

Karlsruhe braucht Wohnungen – und zwar schnell!

Ein Konzern würde seine Kernprodukte nicht künstlich verknappen, sondern die Nachfrage bedienen. Genau das muss auch Karlsruhe tun.

 

Energie und Klima

Karlsruhe ist eine Stadt der Wissenschaft und Technik – 200 Jahre KIT mahnen uns zu Neugier, Innovation und Verantwortung.

Deshalb setzen wir auf einen breiten Energiemix und Technologieoffenheit. Neben Fernwärme und Wärmepumpen müssen auch weitere Zukunftstechnologien wie Wasserstoff ihren Platz haben.

Wir haben der Entscheidung für ein neues Gaskraftwerk mit H2-ready-Technologie zugestimmt, weil es Versorgungssicherheit schafft und den Weg in eine Wasserstoffwirtschaft ebnet.

Am Messplatz auf dem Standort des ehemaligen Gasometers entsteht eine neue Landmarke, die vom Energiewandel kündet – der neue Wärmespeicher für die Wohngebiete im Karlsruher Osten.

Gleichzeitig wollen wir, dass Karlsruhe durch exzellente Forschung am KIT wieder eine führende Rolle bei der Energieforschung übernimmt.

Jetzt werden vom Bund die Fördermittel zur Erforschung der Kernfusion verteilt – jetzt hat Karlsruhe mit seinem KIT die Chance erneut zur Weltspitze der Forschung zu werden!

Ein Konzern würde nicht in jede Mode investieren, sondern prioritär in Technologien, die langfristig tragen.

Genau das fordern wir auch für Karlsruhe: technologieoffen, effizient, ergebnisorientiert.

Beim Klimaschutz gilt für uns: Realismus statt Symbolpolitik.

Viel zu oft wurde in der Vergangenheit von diesem Gremium jedwede Ausgabe durchgewunken, die man auch nur im Entferntesten mit dem Label „Klima“ versehen konnte.

Prestigeprojekte und ideologisch motivierte Ausgaben sind in dieser Lage nicht mehr verantwortbar.

Ein Beispiel ist die Karlsruher Energie- und Klimaagentur KEK, die im Jahr 2009 mit drei Mitarbeitern gestartet ist inzwischen aber nach eigener Website etwa 30 Mitarbeiter beschäftigt.

Natürlich leistet die KEK eine ordentliche Beratung rund um die Themen Klima, Energie und Mobilität. Das wird von uns gar nicht in Frage gestellt!

Die Frage ist vielmehr: muss dies eine Agentur leisten, die von der Stadt Karlsruhe und den städtischen Stadtwerken finanziert wird?

Beratung zu Energiefragen können auch Handwerkskammern leisten – praxisnah und ohne zusätzliche Kosten für den städtischen Haushalt.

Wir beantragen daher die Abschaffung der KEK und die Umschichtung der Mittel in konkrete Klimaanpassung: in Grünflächen, Brunnen oder den ÖPNV.

Unser Ziel muss sein, CO₂-Reduktion effizient zu erreichen – nicht durch teure Sonderwege wie die KEK, sondern durch konkrete Maßnahmen, die Wirkung zeigen.

Klimaneutralität 2040 klingt gut, aber wenn Bund und Europa 2045 bzw. 2050 anstreben, darf Karlsruhe nicht durch Überbietungswettbewerbe seine eigene Handlungsfähigkeit ruinieren.

Ein Konzern würde sich keine eigene Inhouse Beratungs-Agentur leisten, sondern lässt externe bewährte Experten einfach kostengünstige und professionell machen!

Wirtschaft stärken – Einnahmen sichern

Karlsruhe verliert an Attraktivität für Unternehmen. Lange Genehmigungsverfahren, hohe Steuern und fehlende Flächen schrecken Investoren ab.
Wir fordern schnellere Genehmigungen – zehn Jahre für die Entwicklung des ROTAG-Areals sind inakzeptabel. Wir brauchen neue Gewerbeflächen, auch in Außenbereichen, und eine echte Willkommenskultur für Investoren.

Karlsruhe muss wieder ein Eldorado für Unternehmen werden, nur so sichern wir langfristig Einnahmen.

Ein Konzern investiert in Wachstumsmärkte – Karlsruhe muss das auch tun.

 

Verwaltung umbauen

Die Verwaltung selbst ist ein weiterer Bereich, in dem wir dringend handeln müssen.

In den letzten Jahren wurden fast 1.000 neue Stellen geschaffen. Mehr Personal löst aber keine strukturellen Probleme.

Wir brauchen Digitalisierung und Künstliche Intelligenz in Bürgerbüros und Auskunftsdiensten, die Zusammenlegung von Ämtern und die Abgabe nicht mehr benötigter Immobilien.

Auch ein Neuzuschnitt der Dezernate mit einem stärkeren Fokus auf Wirtschaftsansiedlung wäre sinnvoll.

Doch genau hier zeigt sich ein weiteres Problem: Die bestehende „große Koalition“ aus Grünen, SPD und CDU im Gemeinderat sichert sich gegenseitig die Bürgermeisterposten.

Damit verhindert sie, dass neue Köpfe mit frischen Ideen aus kleineren Fraktionen oder aus der Wirtschaft überhaupt eine Chance haben. So bleibt die Verwaltung in alten Strukturen verhaftet, anstatt sich zu erneuern.

Ein Konzern würde niemals zulassen, dass Führungspositionen nach parteipolitischen Mehrheiten verteilt werden.

Ein Konzern würde die besten Köpfe suchen – unabhängig von Herkunft oder Parteibuch – und sie dort einsetzen, wo sie den größten Mehrwert bringen.

Genau das brauchen wir auch in Karlsruhe: eine Verwaltung, die sich nicht selbst verwaltet, sondern die Stadt nach vorne bringt.

 

Mobilität und Infrastruktur

Eine zukunftsfähige Stadt braucht ein verlässliches und finanzierbares Mobilitätskonzept:

Das Rückgrat einer zukunftsgewandten urbanen Mobilität ist der Öffentliche Nahverkehr.
Gleichzeitig ist das Defizit unseres ÖPNV in Höhe von etwas 100 Millionen eines der drei großen Löcher im Haushalt unserer Stadt.

Wir fordern eine neue Finanzierungsbasis mit Bund und Land, lehnen aber den „Landes-Mobilitätspass“ strikt ab – er ist nichts anderes eine Zwangsgebühr für alle Bürger, egal ob sie den ÖPNV nutzen oder nicht.

Projekte zum Autonomes Fahren im öffentlichen Nahverkehr bieten Chancen für Kostenoptimierung und Entlastung beim Fachkräftemangel. Hier hat Karlsruhe bereits ein Testfeld für autonomes Fahren und einen Horizont für einen autonomen Schienenverkehr auf der Albtalbahn im Jahr 2030.

Dort gilt es zu investieren und Mittel einzuwerben um vielleicht ein neues „Karlsruher Modell“ zu etablieren, von dem künftig auch andere Regionen profitieren können.

Aber auch der Motorisierte Individualverkehr hat in der Stadt der Zukunft eine Bedeutung – trotz ÖPNV und Carsharing.
Noch immer können vielen Bewohner unserer Stadt nicht auf das Automobil verzichten.

Die angedachte Verdoppelung der Kosten für Anwohnerparkausweise lehnen wir in der vorgeschlagenen Höhe ab – genauso wie die Vervielfachung der Parkgebühren im öffentlichen Raum.

Statt den Einzelhandel zu unterstützen, wie wir dies effektiv seinerzeit mit der Brötchentaste für kostenfreies Parken in Durlach und Mühlburg taten, würgen wir die letzten noch existierenden Geschäfte ab, in dem wir sie vom Kundenstrom abschneiden, mit der Folge der weiteren Verödung der Innenstadt und der B-Zentren.

Die geforderten 8 Euro für eine Stunde Parken im öffentlichen Raum sind wirklichkeitsfremd und dient nur einem: dem vermeintlichen Füllen des Stadtsäckels, sofern die Besucher unserer Stadt dann überhaupt noch kommen und tatsächlich einen Parkschein ziehen werden.

Wir bezweifeln das!

Natürlich müssen wir auch die Infrastruktur für Radfahrer und Fußgängerinnen modernisieren und sicherer machen.

Ideologisch geprägte Förderungen wie für E-Lastenräder und die Bevorzugung von Leihfahrrad-System im Vergleich zu Leih-E-Scootern lehnen wir allerdings ab.

Auch teure Verkehrsversuche und zusätzliche Fahrradstraßen ohne breiten Konsens bei Anwohnern und Handel sind nicht zielführend.

Wir setzen uns hingegen klar für die 2. Rheinbrücke als zentrale Maßnahme der Wirtschaftsförderung ein.
Wir brauchen die Pendler aus der Pfalz als Arbeitnehmer und als Kunden unseres Einzelhandels.

Gleichzeitig muss die Wohnbevölkerung an der Peripherie vom Durchgangsverkehr entlastet werden: die zweite Rheinbrücke im Westen muss kommen und dann an die B36 angeschlossen werden.

Im Osten muss die Ortsumfahrung von Hagsfeld endlich Realität werden, die lokale Wirtschaft hat bereits signalisiert, dass man sich erneut beteiligen werde. Dieses Projekt darf nicht auf den „St. Nimmerleinstag“ verschoben werden!

Ein Konzern würde in Infrastruktur investieren, die Wachstum ermöglicht – nicht in ideologische Experimente.

 

Kultur, Sport und Gesellschaft

Auch die Kultur-Szene muss ihren Beitrag leisten. Kürzungen sind hart, aber notwendig. Auch hier ist eine Priorisierung gefragt.

Wir werden daher in den Haushaltsdiskussionen einen Vorschlag vorlegen, bei dem die Verwaltung mit der Kulturszene in den Dialog gehen wird, um individuelle Lösungen zu finden und die Vielfalt möglichst weitgehend zu erhalten.

Projekte mit vorrangig gesellschaftspolitischen Zielen müssen kritisch hinterfragt werden.

Demokratie- und Vielfaltsförderung sind prioritär Aufgaben von Parteien und Bürgerinitiativen. In diesen Fällen kann und muss sich die Stadt bei der Finanzierung künftig zurückhalten.

NGOs – Nichtregierungsorganisationen sollten unabhängig von öffentlicher Förderung sein, nur dann sind sie wirklich glaubhaft.

Zur Finanzierung von Kultur und gesellschaftlichen Projekten soll in Karlsruhe künftig noch mehr auf Drittmittel und Mäzenatentum gesetzt werden, denn die freiwilligen Leistungen der Stadt müssen zielgenau wirken – jeder eingesetzte Euro soll möglichst großen Nutzen stiften.

Es gilt auch das Ehrenamt besonders dort zu fördern, wo es indirekt Kosten spart.

Ein gutes Beispiel dafür ist, auch künftig die Hundekotbeutel aus dem städtischen Haushalt zu finanzieren, wenn die Logistik drum herum erfolgreich von Freiwilligen im Ehrenamt geschultert wird.

 

Im Sport wollen wir den Breitensport stärken, statt Millionen in Nischenprojekte zu stecken.

Besonders deutlich wird der Missklang beim Thema World Games 2029: Ein zweiwöchiges Event für Exoten-Sportarten soll mit Millionenbeträgen aus dem städtischen Haushalt unterstützt werden – während gleichzeitig den Sportvereinen vor Ort die Zuschüsse für die Jugendarbeit gekürzt werden.

Die Bürgerinnen und Bürger haben dafür kein Verständnis.

Sie erwarten zu Recht, dass die Stadt zuerst die Basis stärkt: die Vereine, die Woche für Woche Kinder und Jugendliche betreuen, Integration leisten und Ehrenamt fördern.
Das ist das Fundament unseres Sportsystems – und nicht ein kurzfristiges Prestigeprojekt.

Ein Konzern würde niemals Millionen in ein Marketing-Event investieren, wenn gleichzeitig die Mittel für die Ausbildung des Nachwuchses fehlen.

Ein Konzern würde zuerst das Kerngeschäft sichern – und genau das fordern wir auch für Karlsruhe: Stärkung der Vereine, Förderung der Jugendarbeit, Unterstützung des Ehrenamts.

 

Investitionen mit Augenmaß und Strategie für Wachstum

Investitionen sind notwendig, aber mit Augenmaß.

Gemessen an den Investitionsvolumina der Stadt ist die zu geringe Eigenfinanzierungsquote alarmierend!
Hier sehen wir keinerlei Verbesserungen oder Ambitionen. Die Tilgungsleistungen werden weiter ansteigen und den finanziellen Spielraum weiter einschränken.

Unsere Prioritäten bei den Investitionen sind klar: Schulbau und -sanierung, Infrastrukturprojekte für Wirtschaft und Verkehr sowie Maßnahmen zur Erhöhung der Krisenresilienz.

Ein Konzern würde nur dort investieren, wo langfristig Rendite oder Sicherheit entsteht.

 

Schlusswort

Meine Damen und Herren,

Eine Stadt ist kein echter Konzern – aber sie kann von der Wirtschaft lernen.

Haushaltspolitik ist kein Zahlenspiel – sie ist Ausdruck unseres politischen Gewissens.

Als Liberale und Freiheitliche stehen wir für wirtschaftliche Vernunft, für klare Prioritäten und für den Mut, auch unbequeme Entscheidungen zu treffen.

Ja – Sparen tut weh!

Aber wir tun das nicht aus Prinzip, sondern aus Verantwortung gegenüber den Menschen in unserer Stadt.
Denn nur wer solide wirtschaftet, schafft Spielräume für die Zukunft – für Bildung, für soziale Teilhabe, für kulturelle Vielfalt.

Wir wollen nicht spalten, sondern verbinden. Gerade in Zeiten knapper Mittel braucht es Zusammenhalt statt Klientelpolitik, Ehrlichkeit statt Illusionen.

Die FDP/Freie Wähler-Fraktion steht für eine Haushaltspolitik, die den Bürgerinnen und Bürgern nicht nur etwas abverlangt, sondern ihnen auch etwas zurückgibt: Vertrauen in die Handlungsfähigkeit ihrer Stadt.

Lassen Sie uns gemeinsam dafür sorgen, dass Karlsruhe nicht nur zahlungsfähig bleibt, sondern zukunftsfähig wird.

Vielen Dank.

 

 

 

Haushaltsrede der FDP/FW-Fraktion Karlsruhe zum Doppelhaushalt 2026/27

 

 

„Das Rheinstrandbad Rappenwört darf nicht geschlossen werden!“

– FDP/FW-Fraktion kämpft für den Erhalt der Karlsruher Traditionseinrichtung –

 

Hinsichtlich der aktuellen kommunalpolitischen Debatte, das Rheinstrandbad Rappenwört aufgrund der städtischen Haushaltslage zunächst für die Jahre 2026 und 2027 zu schließen, stellt sich die FDP/FW-Fraktion klar hinter den lückenlosen Weiterbetrieb des Karlsruher Kulturbads:

 

„Das seit 1929 existierende „Rappele“ ist eine historisch gewachsene Identifikationseinrichtung für die Karlsruherinnen und Karlsruher und vielmehr als nur ein reguläres Freibad. Wir sind sicher: Wenn es einmal zu ist, bleibt es zu. Dann gibt es keine Zukunft mehr für diesen denkmalgeschützten und landschaftlich außergewöhnlich angelegten Ort am Rhein.

Bereits im Mai 2023 wiesen wir in einer Pressemitteilung aufgrund vorgenommener verkürzter Öffnungszeiten wegen Personalmangels rechtzeitig auf die große Gefahr potenzieller Bäderschließungen in der Fächerstadt hin. Spätestens da hätte man handeln, die Personalplanung anpassen und die Ausgaben gezielt priorisieren müssen, um die jetzige zugespitzte Situation für das Rheinstrandbad abzuwenden.

Schwimmbäder sind elementare Orte des Erlernens überlebenswichtiger Fähigkeiten, der sportlichen Betätigung und der sozialen Freizeitgestaltung. Das Rheinstrandbad Rappenwört hat zudem mit seinen Impressionen vom Schwimmen im Naturbecken im Rhein, dem Besuch beim Milchhäusle, den Meisterschaften im Ringtennis, dem Wellenbecken und der idyllischen Straßenbahnfahrt durch die Rheinauen einen ganz besonderen Platz im kollektiven Gedächtnis.

Über Jahrzehnte hinweg hat sich das „Rappele“ zu einer überregional bedeutsamen Kulturinstitution entwickelt, das als Ausflugsziel Menschen aller Bevölkerungsgruppen begeistert. Umso mehr verwundert es deshalb, warum sich der Oberbürgermeister nach dem großen Verlust der Majolika nun nicht mit aller Kraft zumindest für den Erhalt dieses Karlsruher Denkmals einsetzt. Eine weitere widerstandslose Abwicklung einer stadthistorisch gewichtigen Einrichtung darf er nicht zulassen.

Die vorübergehende Schließung des Rheinstrandbads Rappenwört muss deshalb mit aller Entschiedenheit durch die Stadtverwaltung verhindert werden. Die Betriebseinstellung dieses besonderen Badeorts wäre ein Symbol für Karlsruhes beginnenden soziokulturellen und geschichtsvergessenen Niedergang.“

 

Dr. Stefan Noé (Fraktionsvorsitzender)
Thomas H. Hock (stv. Fraktionsvorsitzender)
Annette Böringer (Fraktionsmitglied)
Petra Lorenz (Fraktionsmitglied)

 

 

„Das Rheinstrandbad Rappenwört darf nicht geschlossen werden!“

Wie stellt sich die Stadt Karlsruhe auf die zukünftige hausärztliche Versorgungslage ein?

1. Wie viele Ärztinnen und Ärzte praktizieren derzeit in einer Praxis oder in einem medizinischen Versorgungszentrum im Stadtkreis Karlsruhe, die eine hausärztliche Grundversorgung anbieten (Stand: Juni 2025)?

 

2. Wie stuft die Stadt Karlsruhe die aktuelle Situation der hausärztlichen Grundversorgung im Stadtgebiet ein?

 

3. Wie viele der derzeit praktizierenden Hausärztinnen und Hausärzte in Karlsruhe werden erwartungsgemäß altersbedingt ihre Praxistätigkeit in den kommenden fünf bis zehn Jahren aufgeben?

a) Bei wie vielen dieser abzugebenden Hausarztsitze rechnet die Stadtverwaltung mit einer Übernahme und Fortsetzung der hausärztlichen Tätigkeit durch nachkommende Ärztinnen und Ärzte?

b) Bei wie vielen dieser abzugebenden Hausarztsitze erwartet die Stadtverwaltung eine Vakanz bzw. keine weitere Übernahme?

 

4. Welche Vorbereitungen sollen zusätzlich – zu den bei der Kommunalen Gesundheitskonferenz 2022 herausgearbeiteten Maßnahmen und Unterstützungsmöglichkeiten zur Ansiedelung von ärztlichem Nachwuchs – seitens der Stadt Karlsruhe getroffen werden, wenn bereits in fünf Jahren viele Hausarztsitze im Stadtkreis Karlsruhe nicht mehr besetzt werden können?

 

 

Sachverhalt / Begründung:

Die hausärztliche Betreuungs- und Behandlungssituation in Deutschland steht hinsichtlich einer flächendeckenden Grundversorgung vor großen Herausforderungen: „Da der Ärztenachwuchs die Lücke nicht füllen kann, wird sich demnach die Zahl der fehlenden Hausärzte- und -ärztinnen in den nächsten fünf Jahren verdoppeln“ (BNN, 12.06.2025).

Bereits jetzt nehmen die Hausärztinnen und Hausärzte zentrale Anlauf-, Vorsorge- und Koordinationsstellen ein, bei denen alle Fäden der (fachspezifischen) Behandlung der Patientinnen und Patienten zusammenlaufen. Das auf Bundesebene geplante Primärarztsystem soll die hausärztliche Rolle zukünftig noch weiter stärken, sodass eine Überweisung an die jeweilige Fachärztin bzw. den jeweiligen Facharzt nur durch die Hausärztin bzw. dem Hausarzt vorgenommen werden kann. Somit wächst die Bedeutung dieser Funktion als Bindeglied bei der medizinischen Versorgung der Patientinnen und Patienten.
Im Hinblick auf eine alternde Gesellschaft mit steigendem Bedarf an regelmäßiger und intensivierter Versorgung bei kurzen Wegen und großen externen Abhängigkeiten wird die hausärztliche Tätigkeit in Zukunft ebenso von größerer Relevanz sein.

Ein stärkerer Rückgang an besetzten Hausarztsitzen wird die flächendeckende Betreuung daher weiter erschweren und den Druck auf die noch praktizierenden Hausärztinnen und -ärzte erhöhen.

Auch in Karlsruhe ist aufgrund von altersbedingten Praxisaufgaben in den kommenden Jahren mit vakant bleibenden Hausarztsitzen zu rechnen.
Somit sollten zunächst aktuelle Zahlen sowie eine mögliche Prognose zu den Hausarztsitzen in Karlsruhe ermittelt werden, um dann für die kommenden fünf Jahre weitere Unterstützungsmöglichkeiten und Maßnahmen zur Ansiedelung von ärztlichem Nachwuchs und der Übernahme von Hausarztsitzen vorbereiten zu können.

 

Dr. Stefan Noé | Thomas H. Hock | Annette Böringer | Petra Lorenz

 

 

Wie stellt sich die Stadt Karlsruhe auf die zukünftige hausärztliche Versorgungslage ein?

Nachhaltige Bewirtschaftung von Liegenschaften der Stadt Karlsruhe und ihrer Gesellschaften

1. Welche Liegenschaften der Stadt Karlsruhe und ihrer städtischen Gesellschaften – insbesondere der Volkswohnung GmbH und der Karlsruher Fächer GmbH – stehen derzeit leer bzw. werden nicht genutzt? Wir bitten um eine detaillierte Auflistung der Leerstände mit Darstellung des Zustands und der wirtschaftlichen Eckdaten (Wert, Aufwand, Ertrag, Dauer des Leerstandes etc.).

 

2. Welche Strategie verfolgen die Stadt Karlsruhe und ihre städtischen Gesellschaften für die leerstehenden Liegenschaften?

a) Welche Liegenschaften sollen langfristig im Eigentum der Stadt und ihrer Gesellschaften bleiben?

b) Welche Liegenschaften sollen eine Umnutzung erfahren?

c) Bei welchen Liegenschaften steht – angesichts der aktuellen städtischen Haushaltslage – ein Verkauf zur Option?

 

3. Welches Flächenmanagement implementieren und praktizieren die Stadt Karlsruhe und ihre Gesellschaften zukünftig, um eine optimale Nutzung und einen möglichst wirtschaftlichen Betrieb der vorhandenen Flächen zu erzielen?

 

4. Wie sieht – insbesondere im Hinblick auf die kommunale Finanzsituation – der Zeitplan für das Erstellen der Bilanz eines städtischen Immobilienportfolios aus, um eine Kosten-Nutzen-Analyse hinsichtlich der Gegenüberstellung Miete vs. Eigentum je Gebäude darlegen zu können?

 

 

Sachverhalt / Begründung:

Zahlreiche Liegenschaften der Stadt Karlsruhe und ihrer Gesellschaften stehen bereits seit einigen Jahren leer und sind aufgrund der Nichtnutzung und mangelnder Pflege einer Verwahrlosung ausgesetzt. Dabei stellen sie einen großen Kostenfaktor sowie ein vermeidbares Sicherheitsrisiko dar und sind gleichzeitig optisch wenig ansprechend als Aushängeschild für die Stadt Karlsruhe. Die bereits versiegelte Fläche könnte währenddessen der Bevölkerung für zentrale Verwendungszwecke wie dringend benötigter Wohnraum oder für andere Nutzungen zur Verfügung stehen.

Um den städtebaulichen Charakter von Karlsruhe zukunftsfähig gestalten und gemeinsame Visionen entwickeln zu können, müssen auch diese städtischen Liegenschaften in den Prozess miteinbezogen werden. Das Commerzbank-Gebäude in der Lammstraße 9, das ehemalige Fraktionshaus in der Hebelstraße 13, das Hochhaus am Lameyplatz oder das Weinbrennerhaus am Marktplatz sind nur wenige Beispiele vieler leerstehender und derzeit ungenutzter Immobilien der Stadt Karlsruhe und ihrer Gesellschaften.
Diese Liegenschaften dürfen nicht nur verwaltet, sondern müssen auch aktiv gesteuert werden, damit sie wieder einen erkennbaren Mehrwert für die Stadtbevölkerung erhalten.
Daher braucht es zunächst einen detaillierten Überblick über diese aktuellen Leerstände und über die jeweiligen Vorhaben und Zeitpläne, um der Karlsruher Bevölkerung auch in Zukunft ein Lebensumfeld mit attraktiver Aufent-halts- und Wohnqualität bieten sowie eine nachhaltige und effiziente Liegenschaftspolitik – insbesondere in Zeiten knapper Finanz-, Personal- und Materialressourcen – ausüben zu können.

 

Dr. Stefan Noé | Thomas H. Hock | Annette Böringer | Petra Lorenz

Nachhaltige Bewirtschaftung von Liegenschaften der Stadt Karlsruhe und ihrer Gesellschaften

„Wir kämpfen weiter für eine bestmögliche Lebensrettung in Karlsruhe“

FDP/FW-Fraktion fordert sofortige Umsetzung des Gemeinderatsbeschlusses zur Einführung des Systems „Region der Lebensretter e.V.“ –

Der Ausschuss für Umwelt und Technik des Kreistags stimmte in seiner Sitzung im März 2025 gegen die Einführung des App-basierten Ersthelfersystems „Region der Lebensretter e.V.“ im Landkreis Karlsruhe. Zuvor hatte der Gemeinderat der Stadt Karlsruhe im Mai 2024 mehrheitlich – mit einer Gegenstimme des Oberbürgermeisters – dessen Etablierung im Stadtkreis beschlossen. „Wir hätten hier gerne den Landkreis mit ins Boot geholt, um gemeinsam im ganzen Gebiet schneller lebensrettende Schritte bei Notfallpatienten einleiten zu können“, so die FDP/FW-Fraktion Karlsruhe.

Die wiederbelebenden Maßnahmen der an die App angeschlossenen Ersthelfenden sind dabei ausschlaggebend für die Überlebenschancen und den medizinischen Verlauf der Patienten, bevor Rettungsdienste überhaupt erst eintreffen können. „Wir können daher nicht nachvollziehen, warum der Kreistag im Hinblick auf seine Verantwortung für die Menschen im Landkreis mit verhältnismäßig kleinen Summen die Notfallversorgung nicht weiter signifikant verbessern möchte“, so die FDP/FW-Fraktion, die dennoch an einer schnellstmöglichen Umsetzung für den Stadtkreis dranbleibt: „Jetzt muss es wenigstens für die Bevölkerung in der Fächerstadt möglich sein, den demokratischen Beschluss des städtischen Hauptorgans vom Mai 2024 ohne weitere Verzögerungen auszuführen. Dieser Bereich des Bevölkerungsschutzes hat höchste Priorität, der es unserer Stadtverwaltung – auch vor dem Hintergrund kürzlich beschlossener Millionenbeträge für einmalig stattfindende Großveranstaltungen – wert sein muss, unverzüglich zu handeln“, macht die Fraktion deutlich.

Die Vorteile des Systems zeigten sich bereits in zahlreichen anderen Regionen Baden-Württembergs und Deutschlands. Probleme hinsichtlich der Kooperation mit bereits bestehenden Rettungsstrukturen wie z.B. dem DRK sind dort nicht bekannt. Das Netz der „Region der Lebensretter e.V.“ darf dabei nicht als Konkurrenzgefüge verstanden werden, sondern als sinnvolle Ergänzung der etablierten Rettungsarchitektur vor Ort: „Hier muss der Berufs- und Aufgabenethos jedes einzelnen Notfallhelfenden im Vordergrund stehen und nicht die Sorge vor Verlust von Einfluss oder anderen Ressourcen“, so die FDP/FW-Fraktion abschließend.

 

Dr. Stefan Noé (Fraktionsvorsitzender)
Thomas H. Hock (stv. Fraktionsvorsitzender)
Annette Böringer (Fraktionsmitglied)
Petra Lorenz (Fraktionsmitglied)

 

 

„Wir kämpfen weiter für eine bestmögliche Lebensrettung in Karlsruhe“

 

 

Errichtung einer Inklusionsschaukel im Zoologischen Stadtgarten Karlsruhe

1. Das Gartenbauamt der Stadt Karlsruhe installiert und wartet in regelmäßigen Abständen die zweite Inklusionsschaukel für Rollstuhlfahrerinnen und –fahrer auf der Spielplatzfläche des Zoologischen Stadtgartens Karlsruhe.

 

2. Die Stadtverwaltung legt in einer Auflistung dar, auf welchen Park-, Spiel- und Freizeitflächen der Stadt Karlsruhe weitere inklusive Spiel- und Sportgeräte zur gesellschaftlichen Teilhabe zur Verfügung gestellt werden können.

 

3. Die Stadtverwaltung legt dar, welche Förderprojekte und -beträge auf Bundes- und Landesebene abgerufen werden können, um die vermehrte Errichtung inklusiver Spiel- und Freizeitgeräte auf öffentlichen Flächen realisieren zu können.

 

 

Sachverhalt / Begründung:

Die Teilhabe von Menschen mit Behinderungen am öffentlichen Leben muss in sozialpolitischer Hinsicht einen hohen Stellenwert einnehmen, um dem Anspruch der gesellschaftlichen Integration aller Bevölkerungsgruppen gerecht werden zu können.

Gerade im Hinblick auf Ausrichtung der World Games 2029 setzt sich die Stadt Karlsruhe hierbei hohe Maßstäbe in Bezug auf Vielfalt, Toleranz und Inklusion, um alle Karlsruherinnen und Karlsruher sowie Besucherinnen und Besucher des Großevents gleichberechtigt einbinden und teilhaben lassen zu können. Der Zugang aller Bevölkerungsgruppen zu den sozialen, kulturellen und politischen Bereichen stellt dabei eine wichtige Zielsetzung des täglichen (kommunal-)politischen Handelns dar und ist ein immerwährender Anspruch, der nicht nur im Rahmen von Großveranstaltungen gedacht werden darf.

Daher sollten jetzt schon wichtige inklusionspolitische Maßnahmen eingeleitet werden, um die Glaubwürdigkeit, Verlässlichkeit und Verbindlichkeit in diesem Bereich zu steigern.
In der Karlsruher Südstadt wurde bereits im Jahr 2021 die erste Inklusionsschaukel als sogenannte „Rollischaukel“ errichtet. Die mit Rollstuhl befahrbare Schaukel musste nach Beschädigungen durch Vandalismus etc. jedoch vom Gartenbauamt demontiert und entsorgt werden.

Nach Kenntnis der FDP/FW-Fraktion besteht noch eine weitere Inklusionsschaukel beim Gartenbauamt, die noch nicht zur Nutzung aufgebaut wurde. Diese zweite Schaukel könnte somit auf den Spielplatzflächen im Zoologischen Stadtgarten installiert werden. Da dieser eines der beliebtesten Ausflugsziele für Familien und Besuchern aus nah und fern ist und dort bereits eine „Toilette für Alle“ für Menschen mit schwereren Behinderungen und Erkrankungen eröffnet wurde, würde eine zugängliche Rollstuhlschaukel eine sinnvolle Ergänzung darstellen. Diese Schaukel wäre dann auch zu Abend- und Nachtzeiten besser vor Vandalismus geschützt.

Des Weiteren sollte die Stadtverwaltung prüfen und auflisten, auf welchen Park- und Freizeitflächen im Stadtkreis Karlsruhe weitere inklusive Spiel- und Sportgeräte bereitgestellt werden können. Zudem sollte dargelegt werden, welche Förderprojekte auf Bundes- und Landesebene abgerufen werden können, um die vermehrte Nutzung inklusiver Spiel- und Freizeitanlagen auf öffentlichen Flächen für Menschen mit Behinderungen ermöglichen zu können.

 

 

Unterzeichnet von:

Dr. Stefan Noé, Thomas H. Hock, Annette Böringer, Petra Lorenz

 

 

 

Errichtung einer Inklusionsschaukel im Zoologischen Stadtgarten Karlsruhe

Digitales Parkleitsystem – schnellstmögliche Einführung zur wirtschaftlichen Belebung von Karlsruher Stadtangeboten

1. Die Stadtverwaltung legt dar, welche Ergebnisse die erste Testphase der Erprobung mit Belegungssensoren für Behindertenparkplätze in einem Betriebshof des Tiefbauamtes im Rahmen der Arbeitsgruppe „Sensor-City“ im Hinblick auf die Installierung einer Gesamtsensorentechnik im Karlsruher Stadtgebiet hervorbrachte.

 

2. Die Stadtverwaltung zeigt auf, wie weit fortgeschritten der konkrete Zeitplan zur Implementierung der Sensorentechnik zur Einführung eines gesamtstädtischen elektronischen Parkraummanagements ist (Gespräche mit Eigentürmern privater Parkhäuser und Tiefgaragen zur Integration in das System; Ausgestaltung des genauen Reservierungs-, Buchungs- und Bezahlvorgangs etc.).

a) Falls der Einbau erster Sensoren im Stadtgebiet noch nicht vorgenommen wurde, wird der umgehende Beginn in einem Testbereich des Karlsruher Innenstadtgebiets im Rahmen eines Reallabors beantragt.

 

 

Sachverhalt / Begründung:

Die Einführung und Integration eines digitalen Parkleitsystems in die Karlsruhe.App zur Reduktion des Parksuchverkehrs im Stadtgebiet wurden bereits im Juli 2021 von der FDP-Fraktion beantragt. Damit können sowohl freie oberirdische Parkplätze als auch Kapazitäten in Tiefgaragen zentral erfasst, der motorisierte Individualverkehr gesteuert und die Parktickets direkt und unkompliziert abgewickelt werden. Die Weiterentwicklung der „Smart City“ Karlsruhe, die Verringerung von Schadstoffausstoß und Verkehrslärm sowie die wirtschaftspolitische Förderung und Unterstützung des Karlsruher Einzelhandels, der unterschiedlichen Stadtevents, der Gastronomie und der Kultur standen hierbei im Vordergrund.
Aufgrund der ökonomischen Folgen von Corona, des Anstiegs von Energiepreisen, der noch andauernden Bauarbeiten auf der Kaiserstraße, der Inflation sowie weiterer politischer Entwicklungen hat das wirtschaftliche Leben in der Innenstadt stark gelitten, was auch an den Leerständen klar zu erkennen ist. Auch die B-Zentren wie Mühlburg und Durlach benötigen dringend sinnvolle und bewährte Maßnahmen zur ökonomischen Belebung ihrer Stadtteilzentren. Hier muss nun angesetzt werden, um die Fächerstadt für nachkommende Generationen wettbewerbs- und zukunftsfähig zu gestalten. Karlsruhe ist auf diesem Weg auf den Besuch aller Verkehrsteilnehmerinnen und -teilnehmer angewiesen, wenn es um die wirtschaftliche Erholung und Vitalisierung unserer Stadt geht. Zahlreiche Menschen sind zu Arbeits-, Beförderungs- und Transportfahrten auf ihre PKWs angewiesen. Die Bedürfnisse und Interessen dieser Gruppen dürfen im Rahmen einer ausgewogenen und durchdachten Verkehrspolitik nicht ausgeklammert und übergangen werden. Auch die Stadtverwaltung ist auf die finanziellen Einnahmen von Einzelhandel, Gastronomie etc. angewiesen und profitiert in hohem Maße davon. Wichtige Instrumente der Wirtschaftsförderung müssen daher nun mit höherer Geschwindigkeit angewendet werden.
Mehrere Städte im Bundesgebiet führten bereits digitale Parkleitsysteme als nachhaltiges Stadtraummanagement ein, um den Suchverkehr nach freien Parkplätzen effizienter zu gestalten. Die Initiative der FDP-Fraktion wurde im Karlsruher Gemeinderat ebenso nochmals im Juli 2022 aufgegriffen und als Antrag eingereicht. In der Stellungnahme der Stadtverwaltung wurde daraufhin auf ein Projekt im Rahmen der Arbeitsgruppe „Sensor-City“ verwiesen, bei welchem erste Belegungssensoren für Behindertenparkplätze zunächst in einem Betriebshof des Tiefbauamtes zur Funktionsweise und zu Einsatzmöglichkeiten getestet werden sollten (Vorlage Nr.: 2022/0774). Da bisher noch keine ausführliche Informierung über diese erste Testphase und über weitere Fortschritte in diesem Bereich seitens der Stadtverwaltung stattfand, sollte nun in einem nächsten Schritt dargelegt werden, welche Ergebnisse und Erfahrungswerte dieses Testprojekt hervorbrachte. Zudem sollte zur weiteren Planung aufgezeigt werden, wie der konkrete Zeitplan zur Installierung der Sensorentechnik für eine gesamtstädtische Lösung aussieht. Schließlich wird der umgehende Beginn der Einrichtung von Sensoren im Rahmen eines Reallabors in einem Karlsruher Stadtbereich beantragt, um das Leitsystem in einem wirklichkeitsgetreuen und alltagsnahen Testareal für die weitere Installierung zu erproben.

 

Unterzeichnet von:

Dr. Stefan Noé, Thomas H. Hock, Annette Böringer, Petra Lorenz

 

 

Digitales Parkleitsystem – schnellstmögliche Einführung zur wirtschaftlichen Belebung von Karlsruher Stadtangeboten

Verbesserung der allgemeinen Pflege und Sauberkeit des öffentlichen Raums in Karlsruhe

1. Wie häufig und wie viele Müllwerkerinnen und Müllwerker des TSK sind werktags und außerhalb von Veranstaltungen in der Karlsruher Innenstadt mit Reinigungswagen unterwegs, um mithilfe von gezielten Rundgängen, Kehren, Einsammeln etc. ein möglichst sauberes und gepflegtes Stadtbild aufrechterhalten zu können?

a) Wie häufig führt das TSK Rund- und Kontrollgänge auf den zentralen und beliebten Aufenthaltsplätzen der Innenstadt – explizit auf dem Friedrichsplatz – durch, um die öffentliche Sauberkeit vor Ort signifikant zu verbessern?

b) Ist nach der Fertigstellung der Kaiserstraße die Installierung zusätzlicher Abfallbehälter in der Innenstadt vorgesehen, um die Abstände zu den jeweiligen Müllentsorgungsbehältern zu verkürzen?

 

2. Wie häufig werden die Wartebereiche an den stark frequentierten oberirdischen und größeren Haltestellen am Ettlinger Tor, Durlacher Tor, Mühlburger Tor, Europaplatz etc. hinsichtlich Vermüllung kontrolliert und sauber gemacht?

a) Wie oft werden die Abfallbehälter an diesen Haltestellen nach Füllstand geprüft und geleert?

b) Ist geplant, an diesen Haltestellen weitere Müllbehälter pro Gleis aufzustellen?

 

3. Wie häufig werden von Seiten des TSK die öffentlichen Plätze am Durlacher Turmberg hinsichtlich ihres Erscheinungsbildes kontrolliert und sauber gemacht?

a) Wie häufig werden die öffentlichen Abfallbehälter am Turmberg nach Füllstand kontrolliert und geleert?

b) Ist eine Aufstellung weiterer Müllbehälter auf dem Durlacher Turmberg sinnvoll, um den Ausflugsort und insbesondere die relativ neu gestaltete Turmbergterrasse sauberer und gepflegt zu erhalten?

 

 

Sachverhalt / Begründung:

Hinsichtlich des Erscheinungsbildes des öffentlichen Raums sind Sauberkeit und Pflege in Karlsruhe nach wie vor ausbaufähig. In der Innenstadt, am Friedrichsplatz und insbesondere an den größeren und häufiger aufgesuchten oberirdischen Haltestellen wie z.B. am Ettlinger Tor, Durlacher Tor, Mühlburger Tor oder Europaplatz sind überquellende Abfallbehälter und Vermüllung ein zu häufig anzutreffender Zustand. Daher stellen sich die Fragen nach möglichen Verbesserungen für Karlsruhe, wie z.B. die Installierung zusätzlicher Abfallbehälter in der Innenstadt und an stark frequentierten Haltestellen mit längeren Gleisen und Wartebereichen.
Bei einem Besuch anderer Städte – wie z.B. der Freiburger Innenstadt, aber auch von finanziell „ärmeren“ Städten als Karlsruhe – kann hingegen relativ zügig festgestellt werden, dass diese wesentlich sauberer sind. Dort sind u.a. werktags und auch außerhalb von Innenstadtevents viel häufiger städtische Müllwerkerinnen und Müllwerker mit entsprechenden Reinigungswagen anzutreffen, die den öffentlichen Raum säubern und pflegen. Hier sollten daher auch für die Karlsruher Innenstadt und ihre zentralen Plätze Optimierungen in Erwägung gezogen werden.
Auch für den Durlacher Turmberg – eines der wichtigsten Ausflugsziele der Region – müssen Verbesserungen im Hinblick auf die Sauberkeit angegangen werden, um diesen Ort mithilfe von zusätzlichen Rundgängen des TSK sowie einer möglichen Aufstellung weiterer Müllbehälter attraktiv und sehenswert zu erhalten.
Der öffentliche Raum, der mit großen Summen an öffentlichen Geldern finanziert wird, benötigt Wertschätzung und Anerkennung von allen Seiten. Damit Karlsruhe für alle Menschen eine hohe Aufenthaltsqualität aufweisen sowie dem selbst gesetzten Leitbild des städtischen Eigenbetriebs Team Sauberes Karlsruhe gerecht werden kann, sollte über weitere städtische Maßnahmen zur Verbesserung der öffentlichen Sauberkeit nachgedacht werden.

 

Dr. Stefan Noé | Thomas H. Hock | Annette Böringer | Petra Lorenz

 

 

Verbesserung der allgemeinen Pflege und Sauberkeit des öffentlichen Raums in Karlsruhe

Erwerb des Areals C in der Karlsruher Nordstadt zur schnellstmöglichen Wohnbauentwicklung

1. Aufgrund der immensen Wohnungsknappheit in Karlsruhe wird die Stadt Karlsruhe beauftragt, umgehend in Verhandlungen mit dem zuständigen Projektentwickler CG Elementum zu gehen, um den Erwerb des Grundstücks Areal C (ggf. in Teilen) im Stadtteil Nordstadt über die Volkswohnung GmbH abzuwickeln.

 

2. Die Stadtverwaltung berichtet dem Gemeinderat zeitnah und in regelmäßigen Abständen über die Fortschritte und Ergebnisse der Verhandlungen.

 

3. Der Oberbürgermeister der Stadt Karlsruhe tritt bei der Sparkasse Karlsruhe als dessen Verwaltungsratsvorsitzender zusätzlich in weiteren Gesprächen für die Gewinnung des C-Areals für die Stadt Karlsruhe und einen schnellstmöglichen Beginn des Wohnungsbaus auf dem Grundstück ein.

 

 

Sachverhalt / Begründung:

Der Bedarf an ausreichend bezahlbarem Wohnraum ist in Karlsruhe weiterhin groß. Die Wohnungsknappheit in der Fächerstadt muss dabei noch schneller und gezielter von der Stadtverwaltung angegangen werden, um die Lage zu entspannen. Für das C-Areal der Karlsruher Nordstadt bestehen bereits Pläne zum Wohnungsbau, die seit Jahren jedoch vom zuständigen Projektentwickler CG Elementum nicht weiterverfolgt und umgesetzt werden. Die geplante Entstehung von ca. 1.000 Wohnungen auf dem Areal kommt nicht voran und das Grundstück ist mittlerweile der zunehmenden Verwahrlosung ausgesetzt.
Vor dem Hintergrund der allgemeinen Situation der Bau- und Immobilienbranche sowie der Annahme von wirtschaftlichen Schwierigkeiten des Projektentwicklers ist nicht zu erwarten, dass sich an der oben beschriebenen Situation etwas ändert. Deshalb sollte die Stadt Karlsruhe hinsichtlich der großen Wohnungsknappheit sowie einer zweckdienlichen Entwicklung und Aufwertung des Areals umgehend in Verhandlungen mit dem Projektentwickler CG Elementum gehen, um den Erwerb des C-Areals über die Volkswohnung GmbH abzuwickeln und darüber im Gemeinderat in regelmäßigen Abständen berichten. Im Hinblick auf die hohe Relevanz dieses stadtpolitischen Themas wird des Weiteren beantragt, dass der Oberbürgermeister der Stadt Karlsruhe als Verwaltungsratsvorsitzender der Sparkasse Karlsruhe in zusätzliche Gespräche für die Gewinnung des Areals eintritt und sich für den schnellstmöglichen Beginn des Wohnungsbaus auf diesem Grundstück einsetzt.

 

Unterzeichnet von:

Dr. Stefan Noé, Thomas H. Hock, Annette Böringer, Petra Lorenz

 

 

Erwerb des Areals C in der Karlsruher Nordstadt zur schnellstmöglichen Wohnbauentwicklung