1. Aus welchen genauen Gründen im Rahmen der Systemumstellung funktionieren die digitalen Anzeigetafeln in den unter- und oberirdischen Haltestellen bereits seit einigen Monaten nicht oder zeigen nur falsche Informationen an?
2. Weshalb dauert die Behebung der technischen Probleme bereits länger als ursprünglich im November 2025 vom KVV angekündigt? Wurden vor der Systemumstellung wichtige Vorbereitungen zu technischen Voraussetzungen und Funktionsweisen nicht ausreichend getroffen?
3. Warum wurde der Anbieter der digitalen Anzeigesysteme seitens der AVG gewechselt?
4. Wie hoch sind die bisherigen Gesamtkosten der Störungen seit November 2025? Welche weiteren Kosten kommen bis zur vollständigen Behebung des Problems voraussichtlich noch hinzu?
5. Bis wann sollen die Probleme vollständig behoben sein? Mit welchem Zeitraum rechnet der KVV noch bis zum zuverlässigen Betrieb der digitalen Monitore?
6. Weshalb war und ist die Kommunikation seitens des KVV so ungenau und spärlich? Weshalb verweigert man Auskünfte gegenüber der Presse und Öffentlichkeit?
Sachverhalt / Begründung:
Bereits seit einigen Monaten funktionieren die digitalen Anzeigen an den Karlsruher Haltestellen nicht oder zeigen fehlerhafte Informationen an.
Am 21. November 2025 verkündete der KVV in einer Pressemitteilung, dass es „im Zuge der Umstellung vom bisherigen auf das neue System […] zu kurzzeitigen Ausfällen in der Darstellung der Fahrgastinformation auf den Fahrgastinformationsanzeigern kommen […]“ kann (https://www.kvv.de/unternehmen/presse/pressemitteilungen/meldungen/einschraenkungen-bei-fahrgast-info-avg-nimmt-neues-leitsystem-in-betrieb.html?utm_campaign=Pressemitteilung).
Im Januar 2026 wurde mitgeteilt, dass die Anzeigen und Ansagen im Stadtbahntunnel ab Kalenderwoche 5 wieder funktionieren sollten; weitere Verbesserungen sollten dann schrittweise bis Ende Februar eintreten (https://bnn.de/karlsruhe/karlsruhe-stadt/anzeigen-an-karlsruher-haltestellen-nach-zwei-monaten-weiter-unzuverlaessig).
Die Störungen dauern jedoch auch aktuell noch an, ohne dass eine vollständige Behebung des Problems in Sicht ist.
Zwischenzeitlich konnte ein Student des KIT etwas Abhilfe schaffen und unentgeltlich eine selbst entwickelte Website der Öffentlichkeit zur Verfügung stellen, die Echtzeit-Abfahrten und Verspätungen der Haltestellen anzeigt.
Da vor diesem Hintergrund jedoch nicht der Eindruck der Überforderung des KVV als öffentliches Unternehmen mit der primären Verantwortung und Aufgabe der Daseinsvorsorge entstehen sollte, müssen nun endlich zuverlässige Lösungen gefunden werden.
Gerade auch im Hinblick auf das politische Ziel, den ÖPNV zu stärken und für die Menschen attraktiver zu gestalten, braucht es eine schnellstmögliche Wiederherstellung der umfassenden Funktionsfähigkeit des digitalen Anzeigesystems.
Unterzeichnet von:
Dr. Stefan Noé | Thomas H. Hock | Annette Böringer | Petra Lorenz
