1. Zum Ziel der regelmäßigen Pflege und zukünftigen Wahrung des Karlsruher Naturschutzgebiets Fritschlach auf der Gemarkung Karlsruhe wird bei der Stadt Karlsruhe ein Runder Tisch mit den Akteuren der Stadtentwässerung (Tiefbauamt), des Gartenbauamts, der Unteren Naturschutzbehörde, der Unteren Wasserbehörde, des BUND Karlsruhe, des NABU Karlsruhe und den Grundstücksbesitzern der Fritschlach eingesetzt.

 

2. Analog zu den bestehenden Putzaktionen in den Rheinauen, den Müllsammelaktionen in den städtischen Waldgebieten, den Dreck-weg-Aktionen im Stadtgebiet etc. werden gemeinsame zivilgesellschaftliche Pflegeaktionen zum Erhalt der städtischen Entwässerungsgräben in der Daxlander Fritschlach und in den anderen Karlsruher Naturschutzgebieten initiiert.

 

 

Sachverhalt / Begründung:

Die Schäden des Hochwassers vom Frühsommer 2024 sind im Karlsruher Naturschutzgebiet Fritschlach noch heute beobachtbar. Als Teil einer alten Rheinschlinge ist das Areal besonders von den Folgen von Starkregen und langen Regenperioden betroffen. Über 100 Jahre alte Bäume, unterirdisch lebende Tierarten und auch wichtige Kleinstlebewesen überlebten den monatelangen Hochwasserstand nicht.
Große Regenwassermengen sind somit nicht nur hinsichtlich des Bevölkerungsschutzes eine immense Herausforderung, sie stellen auch eine große Gefahr für die heimische Artenvielfalt dar.

Deshalb ist es umso wichtiger, dass essenzielle Entwässerungsgräben auf den städtischen Grundstücken in Naturschutzgebieten regelmäßig freigelegt und gepflegt werden, damit auch große Niederschlagsmengen geordnet ablaufen können. Diese Gräben müssen im Hinblick auf einen einfachen, aber dennoch wichtigen städtischen Natur- und Bevölkerungsschutz zuverlässig instand gehalten werden.
Bäume, Sträucher und sonstige wertvolle Pflanzen, die für ein gutes Mikroklima für die Bevölkerung sorgen sollen, aber aufgrund von vermeidbaren angestauten Wassermengen absterben, können nicht Teil einer guten Karlsruher Klimaschutzpolitik sein, die ja für alle städtischen Akteure einen hohen Stellenwert einnimmt. Das Verkümmern von Naturschutzgebieten darf im Rahmen dieser Ausrichtung somit nicht billigend in Kauf genommen werden. Die Freilegung der Entwässerungs- und Ablaufgräben auf den städtischen Grundstücken gehört zu den kommunalen Aufgaben. Hier trägt die Stadt Karlsruhe eine wichtige Verantwortung.

Falls die jetzigen Freilegungsintervalle im Hinblick auf die Bewältigung der städtischen Aufgabe zu groß sind, müssen aufgrund der geänderten Rahmenbedingungen des Klimawandels die Mäh- und Schnittabstände verkürzt und intensiviert werden – so wie auch private Grundstückseigentümer in der Verantwortung stehen und ihre Pflege an die jeweilige topografische Lage und an geänderte Umstände anpassen müssen, wenn Bewuchs das allgemeine Interesse und die öffentliche Sicherheit beeinträchtigt.
Um bei dieser wichtigen Aufgabe Unterstützung und Hilfe zu erhalten, sollte deshalb zur Wahrung und Pflege des Naturschutzgebiets Fritschlach zunächst ein Runder Tisch eingerichtet werden, der den Erhalt des heimischen Areals zum Ziel hat. Zudem sollten zur Sensibilisierung und bürgerschaftlichen Beteiligung auch auf zivilgesellschaftlicher Ebene Pflege- und Freilegungsaktionen sowohl in der Fritschlach als auch in anderen Naturschutzgebieten auf der Gemarkung Karlsruhe initiiert werden.

Eine gesunde und ausgewogene Ökologie sowie die dazugehörige Planungssicherheit für die Grundstückseigentümer vor Ort hinsichtlich der zukünftigen Bepflanzung sind elementar für den Erhalt dieses besonderen Naturschutzgebiets.
Starkregenereignisse und längere Regenperioden als Folgen des Klimawandels werden nun häufiger auftreten, die jedoch absehbar sind und in großen Teilen auch mithilfe präventiver Maßnahmen abgemildert und eingedämmt werden können. Deshalb müssen bestimmte vorbeugende Arbeiten regelmäßig ausgeführt und alle zentralen Akteure auf allen Ebenen zum Schutz des Areals eingebunden werden.

 

Unterzeichnet von:
Dr. Stefan Noé, Thomas H. Hock, Annette Böringer, Petra Lorenz

Pflege und Wahrung des Naturschutzgebiets Fritschlach in Daxlanden