– FDP/FW-Fraktion besteht weiterhin auf Ehrung von Walther Bensemann auf neuem Stadiongelände –
Die Benennung eines Platzes bzw. einer Straße nach Walther Bensemann (1873-1934) auf dem Gelände des neuen Karlsruher Wildparkstadions lässt weiter auf sich warten. Auf Antrag der damaligen FDP-Fraktion wurde der Name bereits im Jahr 2016 von der Stadtverwaltung „[…] bis zur Realisierung des Bauvorhabens […]“ (Vorlage Nr. 223) in die Vormerkliste für Straßennamen aufgenommen. Nun ist das Stadion seit zwei Jahren fertiggestellt und bereits Austragungsort zahlreicher Turniere gewesen, aber die gewünschte Ehrung einer der bedeutendsten Figuren des Karlsruher Fußballs und der friedlichen Völkerverständigung wurde seitens der Stadtverwaltung immer noch nicht umgesetzt.
„Egal, in welcher Zuständigkeit die Durchführung bisher lag, die Behandlung der Thematik war alles andere als ehrenhaft. Eine vertiefte Beschäftigung mit der Lebensgeschichte des jüdischen Ausnahmesportlers und die Entwicklung eines historischen Bewusstseins dafür konnte ich beschämenderweise nie erkennen“, so der sportpolitische Sprecher Thomas H. Hock der FDP/FW-Fraktion. Auch im direkten Telefongespräch mit dem zunächst verantwortlichen städtischen „Eigenbetrieb Fußballstadion im Wildpark“ wurde nur wenig Wissen und Sensibilität deutlich: „Nach Rückfrage wurde uns allen Ernstes vorgeschlagen, einen einfachen Parkplatz nach Walther Bensemann zu benennen. Das war völlig respektlos“, so der Stadtrat.
„Auch mein Appell im vergangenen Jahr an den Oberbürgermeister, sich der Sache persönlich anzunehmen, hat bisher noch nichts bewirkt“, so Hock weiter. Seit nun einem Jahr ist das Liegenschaftsamt für die Namensgebung eines Platzes auf dem Gelände zuständig. „Hier warten wir noch auf eine Antwort und auf eine Benachrichtigung aller Fraktionen des Gemeinderats zum aktuellen Stand“, fasst der Stadtrat zusammen. „Es ist traurig, dass so eine bedeutsame Geste im Rahmen der Karlsruher Erinnerungs- und Gedenkkultur nicht mit mehr Tatkraft und Motivation realisiert wird. Wir haben sogar als Fraktion immer wieder konstruktive Straßen- und Wegvorschläge innerhalb des Stadiongeländes für die Benennung unterbreitet und dem OB unsere Offenheit für weitere Ideen kommuniziert. Daher haben wir für das müßige und desinteressierte Handeln kein Verständnis mehr und fordern nun die sofortige Umsetzung. Schließlich wurde der Antrag sehr frühzeitig eingereicht“, so Hock abschließend.
Dr. Stefan Noé (Fraktionsvorsitzender)
Thomas H. Hock (stv. Fraktionsvorsitzender)
Annette Böringer (Fraktionsmitglied)
Petra Lorenz (Fraktionsmitglied)

