Antrag

1. Zur signifikanten Reduzierung von Verunreinigungen durch Taubenkot in Karlsruhe werden 3 ausgemusterte Bauwagen der Stadtwerke, des Tiefbauamtes o.Ä. zu mobilen Taubeneinrichtungen umgebaut und zunächst in den Stadtteilen Waldstadt, Mühlburg und Durlach aufgestellt.

 

2. Zwei halbe Stellen des Teams Sauberes Karlsruhe werden mit der regelmäßigen Versorgung der Tauben, dem zuverlässigen Eieraustausch durch entsprechende Attrappen und der Instandhaltung und Pflege der mobilen Taubenschläge beauftragt.

 

3. Nach Aufstellung der mobilen Taubenschläge werden Lenkungswirkungen, Entwicklungen der Taubenpopulationen und der Verunreinigungen in den unter Punkt 1 genannten sowie den angrenzenden Stadtteilen beobachtet und evaluiert. Im zuständigen Betriebsausschuss des Eigenbetriebs berichtet das TSK nach ca. 12 Monaten, an welchen Stellen und Plätzen noch weitere mobile Taubenschläge platziert werden müssen und welche Taubenwagen zur besseren Steuerung eventuell umgestellt werden sollten.

 

 

Sachverhalt / Begründung:

Die starken Verunreinigungen durch Taubenkot in den verschiedenen Stadtteilen Karlsruhes belasten die Anwohnerinnen und Anwohner zunehmend, weshalb eindringliche Aufforderungen zur Verbesserung der Situation seitens der Bürgerschaft in Form von verschiedenen Zuschriften an die FDP/FW-Fraktion und aus den jeweiligen Bürgervereinen immer nachdrücklicher werden.

Den Verschmutzungen kann proaktiv entgegengewirkt werden, wie sichtbare Ergebnisse in anderen Städten im Bundesgebiet zeigen, die bereits effektive Lösungskonzepte im Rahmen weitaus geringerer finanzieller Möglichkeiten umsetzten.
Neben der konsequenten Kontrolle der generellen Einhaltung des Taubenfütterungsverbots – das im Übrigen auch in Karlsruhe besteht – führen nachweislich die sorgfältige Betreuung und Pflege von Taubenschlägen zu spürbaren Verbesserungen in stark betroffenen sowie angrenzenden Stadtgebieten.

Die Stadt Ulm stellte im Zuge ihres tierschutzgerechten Taubenmanagements neben einem Container in einem oberen Parkdeck auch zwei mobile Taubenwagen verteilt im Stadtgebiet auf (https://www.ulm.de/aktuelle-meldungen/z%C3%B6a/m%C3%A4rz-2026/2026_03_taubenhaus_parkhaus_deutschhaus). Die Tauben werden in diesen mobilen Unterkünften artgerecht gefüttert, erhalten sauberes Wasser und finden dort Nistplätze. Der Großteil der angelockten Tauben hinterlässt dann seine Eier und den anfallenden Kot in den Wagen.
Die Eier werden dort regelmäßig ausgetauscht und durch Attrappen ersetzt, wodurch die Taubenpopulation langfristig auf natürliche Weise sinkt. Bis zu 300 Stadttauben können in einem solchen Bauwagen Platz finden; es bestehen sogar abgetrennte Bereiche für kranke oder verletzte Tiere.

In Anlehnung an dieses tierschutzgerechte „Augsburger Modell” hat auch die Stadt Karlsruhe die Möglichkeiten, nicht mehr gebrauchte bzw. alte Bauwagen der Stadtwerke Karlsruhe, des Tiefbauamtes oder eines anderen Amtes zu mobilen Taubenschlägen umzufunktionieren und diese zunächst in den von Taubenkot stark betroffenen Stadtteilen Waldstadt, Mühlburg und Durlach aufzustellen.
Ähnlich wie bei der Stadt Freiburg im Breisgau sollten für die regelmäßige und zuverlässige Betreuung der Tauben in den mobilen Einrichtungen zwei halbe Stellen des Teams Sauberes Karlsruhe zuständig sein, damit diese Wagen auch einen erkennbaren Effekt erzielen können. Ehrenamtliche Helferinnen und Helfer können bei der Versorgung der Stadttauben und der Instandhaltung der Taubenschläge unterstützend wirken; die fachgerechten und zielorientierten Kontrollgänge sollten jedoch im klaren Verantwortungsbereich des TSK als zuständige Stelle für die Aufrechterhaltung der öffentlichen Sauberkeit liegen.
Schließlich sollten nach Aufstellung der mobilen Taubeneinrichtungen Lenkungswirkungen, Entwicklungen von Taubenpopulationen und Verunreinigungen in den Stadtteilen Waldstadt, Mühlburg und Durlach sowie in den angrenzenden Stadtteilen beobachtet und evaluiert werden. Nach ca. 12 Monaten sollte dann im zuständigen Ausschuss des Eigenbetriebs vom TSK über die Zwischenergebnisse berichtet werden. So können Erkenntnisse darüber gewonnen werden, wo weitere Wagen platziert werden müssen und welche zur besseren Steuerung möglicherweise umgestellt werden müssen.

 

Unter anderem wurde auch auf der Jahreshauptversammlung des Bürgervereins Waldstadt e.V. die weitere Einrichtung eines Taubenschlags aufgrund der untragbaren Situation vor Ort gefordert. Diese Appelle und Bitten dürfen nicht weiter von der Stadtverwaltung und von den politischen Kräften des Karlsruher Gemeinderats ignoriert werden.

Die Berichte über die starken Beeinträchtigungen und Belastungen der betroffenen Karlsruher Stadtteilbewohnerinnen und -bewohner durch Taubenkot hinsichtlich der allgemeinen Wohn- und Aufenthaltsqualität müssen nun auf einen ernst gemeinten städtischen Handlungswillen stoßen, zumal mehrfach dargelegt werden konnte, dass erprobte und gut umsetzbare Konzepte in anderen Städten merkliche Verbesserungen hervorbringen konnten.

 

Unterzeichnet von:

Dr. Stefan Noé, Thomas H. Hock, Annette Böringer, Petra Lorenz

Mobile Taubenschläge für Karlsruhe