1. Die Stadtverwaltung wird beauftragt, sich mit der Stadt Freiburg im Breisgau in Verbindung zu setzen, um im öffentlichen Raum Karlsruhes signifikante Verbesserungen in den Bereichen generelles Müllaufkommen, Turnus der Leerungen sowie Funktionalität und Anzahl der Abfallbehälter, Verwahrlosung von Gebäuden, Haltestellen und technischen Einbauten sowie Kontaminierungen durch Taubenkot und Zigaretten herbeizuführen.
Über die Ergebnisse des Austauschs mit der Stadt Freiburg wird in den entsprechenden Ausschüssen berichtet.
2. Zudem wird beantragt, dass nach Beendigung von Baustellen im gesamten Stadtgebiet die vollständige Abwicklung der Baustelleneinrichtungen innerhalb von vier Wochen erfolgen muss.
Sachverhalt / Begründung:
Auf Basis einer Studie des Nahrungsergänzungsmittelherstellers „Lebenskraftpur“ erreichte die Stadt Freiburg im Breisgau Rang vier bei den saubersten Großstädten der Bundesrepublik Deutschland (https://www.lebenskraftpur.de/blogs/presse/umweltqualitaet-in-deutschlands-staedten-wo-belastungen-besonders-hoch-sind). Als sauberste Großstadt in Baden-Württemberg konnte diese insbesondere im Hinblick auf ein geringes Müllaufkommen punkten.
Bereits seit Jahren kann bei einem Besuch der Innenstadt Freiburgs – aber auch zahlreicher anderer Städte – im direkten Vergleich zu Karlsruhe immer wieder ein großer Unterschied hinsichtlich der Pflege des öffentlichen Raums und von Haltestellen festgestellt werden.
Müll und Essensreste, Taubenkot, Zigarettenstummel, Vandalismus, insbesondere Schmierereien, sowie die Verwahrlosung von Baustellen findet man dort weitaus weniger vor. Das gilt auch für die speziell in Karlsruhe zahlreichen Einbauten bezüglich Menge und Pflege, wie Schaltkästen, Lüftungsschächte des Stadtbahntunnels, Abspannmasten und Ähnliches. Diese Faktoren beeinflussen nicht nur die generelle Attraktivität der Innenstadt für alle Besucherinnen und Besucher, sondern auch die Gesundheit der Stadtbevölkerung und die allgemeine Wohnqualität.
Das aktuelle Beispiel des Waldstadtzentrums mit dem vermehrten Aufkommen von Taubenkot und dem unkontrollierten Anstieg der Taubenpopulation vor Ort zeigt, dass eine Verbesserung des städtischen Erscheinungsbildes mit mehr Einsatz und Engagement angestrebt werden sollte.
Auch in Freiburg existieren neben einem Taubenfütterungsverbot mittlerweile drei Taubenschläge, die von zwei Teilzeitkräften der Abfallwirtschaft und Stadtreinigung Freiburg (ASF) gemeinsam mit unterschiedlichen zivilgesellschaftlichen Vereinen, Initiativen und Organisationen betreut werden (https://www.freiburg.de/pb/2557869.html). Die Stadttauben werden dort gezielt angelockt und die Taubenpopulation durch den Austausch der Eier durch Attrappen tierschutzgerecht kontrolliert, um die Innenstadt und die jeweiligen angrenzenden Stadtteile stärker zu entlasten.
Da in Karlsruhe bereits ähnliche Maßnahmen des Stadttaubenmanagements praktiziert werden, die Effekte jedoch nicht so klar erkennbar sind wie in Freiburg, sollte auch hier nochmals bei der Stadt Freiburg nach expliziter Vorgehensweise, Personal- und Aufgabenverteilung sowie nach konsequenter Umsetzung bestehender Regeln nachgefragt werden.
Nicht nur die neu und teuer sanierten Bereiche der Innenstadt Karlsruhes, sondern auch die verschiedenen Stadtteile verdienen mehr Aufmerksamkeit und Pflege, wenn das Stadtgebiet für alle Menschen lebens- und wohnenswert bleiben soll.
Bei größerer vergleichender Betrachtung weisen ebenso andere Städte im Bundesgebiet – denen noch weitaus weniger finanzielle Ressourcen zur Verfügung stehen – ein deutlich gepflegteres Stadtbild auf, insbesondere auch von Haltestellen (z.B. Warteanlagen, Spritzschutzwände, Rolltreppen, Aufzüge etc.). Diese Beispiele zeigen, dass es oftmals eine Frage des eigenen Anspruchs, Interesses und Bemühens und nicht der fiskalischen Möglichkeiten ist, die Problemstellung erfolgversprechend anzugehen.
Daher sollte sich die Stadtverwaltung zunächst mit der Stadt Freiburg als sauberste Großstadt Baden-Württembergs in Verbindung setzen, um hinsichtlich der oben genannten Bereiche in Erfahrung zu bringen, wie die allgemeine Sauberkeit auf den öffentlichen Plätzen, Gebäuden und Haltestellen Karlsruhes gesteigert werden kann. So können weitere Kenntnisse darüber gewonnen werden, welche genauen Maßnahmen erforderlich sind, um dieses Ziel zu erreichen.
Der direkte Austausch zum zweckdienlichen Einsatz von Personal beim Team Sauberes Karlsruhe (TSK) für verbesserte Kontroll- und Turnusgänge in der Innenstadt, für funktionale und ausreichende Abfalleimer und für die kontinuierliche Betreuung von Taubenhäusern sowie von Personal bei den Verkehrsbetrieben Karlsruhe (VBK) für die verbesserte Pflege der Haltestellen im gesamten Stadtgebiet kann dazu beitragen, dem öffentlichen Raum in Karlsruhe wieder mehr Wertschätzung und Beachtung entgegenzubringen.
Unterzeichnet von:
Dr. Stefan Noé, Thomas H. Hock, Annette Böringer, Petra Lorenz
Verbesserung der allgemeinen Sauberkeit und des Erscheinungsbildes von Karlsruhe

